07.02.2012
Wirtschaftsnews


04.05.2010
Schattenwirtschaft im Wandel
G Data veröffentlicht Frühjahrsanalyse der Untergrundökonomie
Kreditkarte_mit_Gangster_01Der Handel mit Kreditkarten, gefälschten Ausweisdokumenten oder kriminellen Dienstleistungen ist längst zu einem Milliarden Euro Geschäft herangewachsen. Die Täter operieren in weit verzweigten und oftmals flüchtigen Organisationsstrukturen. Mit "Underground Economy - Update 04/2010" veröffentlicht G Data eine aktuelle Analyse der Schattenwirtschaft.

"Onlinekriminalität ist dezentral und länderübergreifend strukturiert. Dies macht es für die Ermittlungsbehörden immens schwer, gegen die Täter vorzugehen. Selbst die Zerschlagung der "1337 Crew", einer der größten und aktivsten Cyberbanden der letzten Jahre, hatte nur geringe Auswirkungen auf die Schattenwirtschaft. Andere kriminelle Organisationen haben die Lücke innerhalb kurzer Zeit geschlossen", so Ralf Benzmüller, Leiter der G Data SecurityLabs.

Der Handel mit gestohlenen Kreditkarteninformationen ist für die Täter äußerst lukrativ. In diesem Bereich beobachtet G Data seit längerem eine Ausweitung der Geschäftsfelder. "So sind bereits für einige tausend Euro komplette Skimmer-Sets mit GSM-Datenübertragung erhältlich, um Kredit- und EC-Daten an Bankautomaten auszuspähen. Kartendrucker zur Herstellung gefälschter Kreditkarten sind bereits ab 250,- Euro zu bekommen. Die Täter brauchen dann lediglich die Daten mit einem Schreibgerät auf den Magnetstreifen zu übertragen und können so in jedem Geschäft einkaufen," so Ralf Benzmüller. 

skimming_devicePreise von Carding-Produkte aus Untergrund-Shops:

- Kreditkartenrohlinge: Abnahme meist mind. 10 Stück: 45 US-Dollar bis 150 US-Dollar (Preis je nach Umfang, z. B. mit Hologramm oder ohne etc.)
- Kartendrucker 450 Euro bis 3500 Euro Drucker zum Bedrucken von Kartenrohlingen
- Mobile Kartenleser zum Auslesen von Kredit- oder auch Bankkarten: 250 Euro bis 900 Euro Mobile
- Skimming Set (Abhängig von Ausführung etc., Funk-Skimmer oder auch Video-Skimmer ): 1.500 US-Dollar bis 10.000 US-Dollar

Bargeldloser Zahlungsverkehr 

Die Zahlungsabwicklung innerhalb der eCrime-Community erfolgt über unterschiedliche Bezahldienste, wie zum Beispiel Western Union, E- Gold, Webmoney oder auch Paysafecard. Gerade letzterer Dienst erfreut sich nach Recherchen der G Data SecurityLabs einer großen Beliebtheit und wird häufig als Bezahlsystem für kriminelle Waren und Dienstleistung missbraucht.

Im Regelfall setzen Besitzer einer Paysafecard ein Passwort, um bei der Bezahlung mit der Karte oder der Weitergabe des Guthabens an andere eine zusätzliche Sicherung zum 16-stelligen PIN-Code zu haben. 

"Onlinekriminelle schrecken nicht davor zurück, bei Veränderungen im Benutzersystem die jeweiligen Anbieter zu attackieren. So beobachteten wir im Februar 2010 einen Aufruf zu DDos-Attacken gegen Paysafecard (Screenshot, links unten), um die Einführung einer für Onlinekriminelle ungünstige Passwortsperre zu verhindern", erläutert Ralf Benzmüller. 

RTEmagicC_psc_ddos_01.png












Prognose zur Entwicklung der Underground Economy 

Die eCrime-Schwarzmärkte bleiben auch zukünftig das ökonomische Rückgrat der Schattenwirtschaft. G Data beobachtet seit der Zerschlagung der "1337 Crew" eine zunehmende Abschottung durch unterschiedliche Mechanismen, wie beispielsweise Aufnahmegebühren oder ausgeklügelte Reputationssysteme. Nach einem Preisverfall im vergangenen Jahr, haben sich die eCrime-Märkte zugunsten der Täter erholt. Das Angebot für kriminelle Dienstleistungen, Malware oder im Bereich Datenhandel ist immens groß. Im Bereich Kreditkartenbetrug beobachtet G Data eine Ausweitung des Produktportfolios um professionelle Carding-Hardware. Gerade in diesem Bereich sind weitere Aktivitäten und Services zu erwarten.
Bilder: G-Data
<< zurück
aktuellster Eintrag oben >> umdrehen
Nina Koch - 06.05.2010 - 21:59:29
paysafecard hat zu keinem Zeitpunkt vorgehabt oder angekündigt, den Passwortschutz für das Produkt paysafecard zu ändern oder abzuschaffen. Im Zuge des Relaunches der Website www.paysafecard.com am 18. Februar 2010 kam es zwischenzeitlich aufgrund technischer Belange zu temporären Ausfällen, wodurch unter anderem die Zahlungsmöglichkeit mit passwortgeschützten paysafecards eingeschränkt war. Mit Unterstützung unseres Service-Teams war die Zahlung auch mit passwortgeschützten paysafecards jedoch jederzeit möglich. Die unvorhergesehenen Wartungsarbeiten konnten zügig innerhalb von 48 Stunden bewerkstelligt werden. Seither stehen alle Funktionalitäten von paysafecard wieder uneingeschränkt zur Verfügung.

Nina Koch
piabo medienmanagement GmbH
D-10178 Berlin