10.02.2012
18. Währing

05.05.2010
SP will Maßnahmen für die Jugend im Bezirk forcieren
SP-Eichinger: Team Focus deckt jahrelange Versäumnisse der Bezirksvorstehung auf
Was die SPÖ Währing schon lange behauptet hat, ist jetzt schwarz auf weiß dokumentiert: In Währing wird zu wenig in die Jugend investiert - finanziell, personell und auf vielen anderen Ebenen. 

2008 hat die SPÖ einen Antrag auf Untersuchung der Situation der Jugendlichen bei uns im Bezirk eingebracht", sagt der SPÖ-Bezirksvorsteher-Stellvertreter in Währing, Josef Eichinger, "Jetzt liegt diese Analyse des Team Focus des Fonds Soziales Wien vor und zeigt: Es gibt noch viel zu tun für die jungen Menschen hier im Bezirk. Wir als SPÖ-Klub werden daher mit einer ganzen Reihe an Aktivitäten die Arbeit für Jugendliche im Bezirk verbessern."

Rahmenbedingungen gut - Engagement zu gering

Noch nie sind die Lebensbedingungen für Jugendliche in Währing so genau erforscht und engmaschig analysiert worden wie im vorliegenden Bericht des Team Focus. "Im Wesentlichen zeigt der Bericht auf, dass die äußeren Bedingungen für Jugendliche im Bezirk eigentlich sehr gut wären. Das liegt zu einem großen Teil auch daran, dass Währing über viele hervorragende Parkanlagen verfügt, die die Lebensqualität für alle Menschen, natürlich auch für Jugendliche, stark positiv beeinflussen", fasst Eichinger zusammen, "Der springende Punkt liegt aber woanders: Währing gibt einen viel geringeren Teil des Gesamtbudgets für kulturelle Jugendbetreuung aus, als die meisten anderen Bezirke und liegt damit im Vergleich ganz hinten. Außerdem ist unser Bezirk derzeit der einzige ohne Bezirksrat oder Bezirksrätin für Kinder- und Jugendfragen. Das ist unfassbar. In den Kindern liegt schließlich unsere Zukunft. Wir als SPÖ-Klub haben im Gegensatz zur Bezirksvorstehung einen Beauftragten für Kinder- und Jugendfragen. Mit Bezirksrat Stefan Kögl ist da für uns jemand im Einsatz, der sich sehr für die Interessen der Jugendlichen engagiert." 

Jugendtreff ohne Konsumationszwang gefordert

Der Bericht des Team Focus zeige auch, dass die Maßnahmen, die in letzter Zeit für die Jugend im Bezirk ergriffen wurden, praktisch immer auf die Initiative der SPÖ zurückzuführen seien. "Jetzt werden wir unsere Aktivitäten noch weiter verstärken und eine Reihe von Anträgen im Bezirksparlament stellen, die die Position der Jugendlichen im Bezirk stärken und ihre Lebensqualität verbessern soll", kündigt der Bezirksvorsteher-Stellvertreter an. 

Die erste Maßnahme werde bereits diese Woche in der Bezirksvertretungssitzung gesetzt: "Es kommt ein Antrag unseres Jugendbeauftragten Bezirksrat Stefan Kögl zur Behandlung. Mit diesem Antrag wollen wir die Schaffung eines Jugendtreffs ohne Konsumationszwang in die Wege leiten", sagt Eichinger. Konkret gehe es darum, dass den Jugendlichen vor allem in den Wintermonaten Räumlichkeiten zur Verfügung gestellt werden, in denen sie Zeit mit Freunden verbringen können, ohne ihr Taschengeld für Getränke ausgeben zu müssen. "Ein weiterer Schwerpunkt wird dann sein, Angebote für Jugendliche zu schaffen, die sozioökonomische benachteiligt sind. Wir denken da etwa an Jugendliche, denen Angebote von Pfarren oder Sportvereinen nicht zugänglich sind", erklärt Eichinger. Auch die Einschätzung des Team Focus, gemeinsame Projekte mit Jugendlichen aus unterschiedlichen sozialen Milieus zu betreiben, sei jedenfalls verfolgenswert.

Versäumnisse werden deutlich

"Die SPÖ hat für die Jugendlichen bereits viel erreicht. Wir werden aber nicht müde, uns immer weiter zu engagieren. Die ÖVP zeigt ja nur mäßiges Interesse an der Arbeit für die jungen Menschen, wie die Vergangenheit eindrucksvoll demonstriert", kommentiert der SP-Politiker. So sei das Team Focus auf Antrag der SPÖ nach Währing geholt worden. "Herausgekommen sind dabei sehr viele nützliche Hinweise, wie die Lebensqualität für Jugendliche gesteigert werden kann", sagt Eichinger. 

ÖVP-Bezirksvorsteher Homole scheine sich für die Inhalte des Berichts jedoch nicht sonderlich zu interessieren. "Er hat - und das ist ein sehr unüblicher Schritt, den ich auf den nahenden Wahlkampf zurückführe - seinen Büroleiter vorgeschickt um den Bericht als völlig überflüssig darzustellen. Das zeigt sehr deutlich, wie wenig sich der Bezirksvorsteher offenbar für die Jugend interessiert", bedauert Bezirksvorsteher-Stellvertreter Eichinger. 

Dass es keinen Bezirksrat für Jugend- und Kinderfragen gebe, kommentiere das Büro des ÖVP-Bezirksvorstehers lapidar mit der Begründung, dass der frühere Kinder- und Jugendbeauftragte sein Amt aus beruflichen Gründen niedergelegt habe. "Als sei seither keine Zeit gewesen, jemand Neuen zu bestellen, der diese wichtige Position besetzt", ist Eichinger fassungslos. Immerhin habe der Bezirksvorsteher für Mai zum ersten Mal zum Währinger Jugendparlament geladen, sagt der SP-Politiker: "Ich vermute, auch das ist dem Wahlkampf geschuldet. Geben würde es das Jugendparlament ohne die SPÖ übrigens nicht, denn auch das geht auf einen Antrag von uns zurück."
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