
05.05.2010
| Grüne: Verlagerung der Szene ist drogenpolitische Bankrotterklärung | |
| Als "drogenpolitisch zutiefst verfehlt" und "Bankrotterklärung" bezeichnet die Sozialsprecherin der Grünen Wien, Heidi Cammerlander, die Vorschläge des Innenministeriums zur Verlagerung der Drogenszene am Karlsplatz. "Der Umbau der Passage wird nun als Alibi für eine sukzessive Vertreibung und Zersplitterung der Szene am Karlsplatz verwendet. Eine Verlagerung des Lebensmittelpunkts einer Szene bedeutet für alle Beteiligten lediglich die Verlagerung der Probleme, nicht aber deren Lösung", kritisiert Cammerlander. Der Chef der Wiener Ermittlergruppe zur Bekämpfung der Straßenkriminalität, Wolfgang Preiszler, hatte im Rahmen eines Hintergrundgesprächs im Innenministerium angekündigt, dass die Szene hin zum Ganslwirt und dem Tageszentrum TaBeNo abgewandert werden soll. Innenministerin Maria Fekter selbst fordere eine "Bereinigung" des Problems - besonders in Anbetracht der Passanten und Anrainer am Karlsplatz. Cammerlander: "Ich bin schon gespannt. wie die Innenministerin diese Verlagerung den Anrainern und Pasanten beim Ganslwirt und beim TaBeNo erklären wird". Die Neugestaltung der Karlsplatzpassage hätte den mutigen Ausbau niederschwelliger Einrichtungen und Anlaufstellen für Suchtkranke, inklusive eines wissenschaftlich begleiteten Konsumraum-Projekts, beinhalten müssen. "Die bloße Vertreibung der Menschen von einem Platz zum nächsten garantiert neue Konfliktherde im städtischen Raum", schließt Cammerlander. | |
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