
13.05.2010
| Sechs Schritte zum trockenen Keller | |
| Was früher ein Jahrhundertregen war, ist heute Alltag und kann jeden Hausbesitzer treffen | |
| Der Sommer 2009 war besonders regenreich. Der Frühling 2010 hat uns mehr Feuchte beschert als üblich. Wir dürfen davon ausgehen, dass Wetterwarnungen auch in den kommenden Monaten Alltag sein werden. Die öffentlichen Kanalnetze sind zwar so dimensioniert, dass sie stärkere Regenmengen aufnehmen können, bei außergewöhnlichen Starkregenereignissen sind sie aber immer öfter überfordert. Wasser, das nicht mehr abfließen kann, sucht andere Austrittsmöglichkeiten. Die findet es allzu oft bei Kellerfenstern oder Sanitäranlagen in Kellerräumen. Um diesen Wassereintritt zu verhindern, sind bauliche Maßnahmen wichtig - und zwar bereits im Neubau. Was hier verabsäumt wird, lässt sich später kaum oder nur sehr aufwändig nachholen. Deshalb hier die sechs wichtigsten Maßnahmen im Überblick: 1. Wasserundurchlässiger Beton Keller von Einfamilienhäusern werden heute üblicherweise mit Beton hergestellt, mit Ortbeton (der vorgemischt in Schalungen gegossen wird) oder großflächigen, meist raumhohen Fertigteilelementen. Hier ist darauf zu achten, dass Dichtbeton verwendet wird. Darüber hinaus müssen Kellerwände mit außenliegender Dämmung ausgeführt werden. Da die Dämmstoffe in diesem Bereich ständig besonders hohem Erddruck und hoher Feuchtigkeit ausgesetzt sind, sie frost- und taubeständig sein müssen, eignen sich hier nur zwei Materialien: extrudierte Polystyrol-Hartschaumplatten und Schaumglas. Wichtig ist, dass die außenliegende Dämmschicht auch beim Zuschütten der Baustelle unbeschädigt bleibt, weil sie sonst einen Gutteil ihrer Schutzwirkung verlieren würde. 2. Fugenband Wo Bodenplatte und Kellerwand aneinanderstoßen, entsteht naturgemäß eine Fuge. Um hier Wassereintritt zu vermeiden, setzt man ein Fugenband ein. Dieses Fugenband besteht üblicherweise aus einem besonders widerstandsfähigen Kunststoff (PVC) und wird in die Schalung eingebunden. Das Fugenband beginnt in der Bodenplatte und wird dann 20 bis 25 cm in der Außenwand hochgezogen. So versperrt es dem Wasser den Weg durch die Fuge. Beim Einfüllen und Rütteln des Betons ist entsprechend sorgsam vorzugehen, sodass das Fugenband nicht geknickt oder beschädigt wird. Fehlerhafte Verarbeitung in diesem Bereich ist nur sehr schwer sanierbar. 3. Rohrdurchführungen Eine Durchdringung der Außenmauern lässt sich im Keller nicht vermeiden, weil verschiedene Rohrleitungen und Kabel von innen nach außen und umgekehrt geführt werden müssen. Wichtig ist, diese Durchdringungen wasserundurchlässig herzustellen. Dazu gehört, dass sie die Bauteile rechtwinkelig durchstoßen. Längsgeführte Leitungen in Fundamentplatten oder Kellerwänden sind auf jeden Fall zu vermeiden. Der Schwachpunkt ist der Zwischenraum zwischen Wandung und Leitung. Er muss sorgfältig mit Dichtungsmaterial ausgefüllt und abgedichtet werden. 4. Hochwasserdichte Leibungsfenster Konventionelle Kellerfenster sind bei Hochwasser besonders kritisch, außer sie sind speziell ausgerüstet wie das hochwasserdichte Leibungsfenster von ACO. Seine Zuverlässigkeit beruht auf der Kombination mehrerer Sicherheitsvorrichtungen: Je nach Fenstergröße verbinden 11 bis 23 Schließpunkte den Fensterflügel mit dem Fensterrahmen. Selbst bei größtem Wasserdruck verformt sich dieses Fenster, dessen äußere Scheibe aus versiegeltem VSG-Glas besteht, nicht im Geringsten. Spezielle Dichtungen zwischen Flügel und Fensterrahmen versperren dem Wasser auch diesen Weg. Der Sicherheitsbeschlag mit pilzförmigen Schließzapfen sorgt für zusätzlichen Einbruchschutz. 5. Druckwasserdichter Lichtschacht Wasser, das nicht versickern kann, steigt nach oben - und findet sehr oft einen Ausweg in Lichtschächten, wo es dann gegen die Kellerfenster drückt. Das lässt sich verhindern, wenn man druckwasserdichte Lichtschächte verwendet. Sie bestehen aus glasfaserverstärktem Kunststoff. Die Gitterstruktur macht den Lichtschacht besonders robust. Jeder Korpus verfügt über vorgeformte Ablauf- und Kittrollen. Um drückendes Wasser aus der Kanalisation zu stoppen, kann der Lichtschacht, optiona,l mit einem Rückstauverschluss ausgestattet werden. Natürlich muss ein druckwasserdichter Lichtschacht entsprechend fachgerecht montiert werden, so dass kein Wasser zwischen Lichtschacht und Mauerwerk eindringen kann. 6. Rückstauklappe im Keller Entscheidend ist, die tiefliegende Kanalisation im Gebäude sowie die Abflüsse in den Bodenplatten gegen Rückstau zu sichern. Dafür bieten sich hochwertige Rückstausysteme an, die sich durch ihre Konstruktion und den modularen Aufbau auch in der Sanierung einsetzen lassen. Zusätzlich empfehlen Experten auch alle Abwasserrohre mit Rückstauklappen auszustatten, eine Maßnahme, die sich rasch und kostengünstig umsetzen lässt und vielen Schäden vorbeugt. "Das Einsetzen von Rückstauklappen ist zwar teilweise im Nachhinein möglich, sollte jedoch trotzdem bereits bei der Planung beachtet werden", betont Mag. Martin Lackner, von ACO. "Fehler bei den Kellerwänden und der Verzicht auf Hochwasserschutz bei den Leibungsfenstern sind gar nicht oder nur unter größtem Aufwand sanierbar." Deshalb seine Empfehlung: "Machen Sie den Keller so dicht wie möglich, und zwar von Anfang an." | |
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