
19.05.2010
| "Bremsen rettet Leben!" | |
| Gemeinsamer Appell von Landespolizeikommandant Mahrer, KfV, AUVA, ÖAMTC, ARBÖ, BV Tiller und Verkehrsstadtrat Schicker | |
| Der gestrige tödliche Verkehrsunfall eines Schulkindes auf einem Zebrastreifen in Döbling (wir berichteten) hat einmal mehr gezeigt: bauliche Maßnahmen oder erfolgreiche Präventivprogramme wie beispielsweise die Wiener Schulwegpläne reichen alleine nicht aus, um hundertprozentige Verkehrssicherheit zu gewährleisten. "Unsere aufrichtige Anteilnahme und unser tiefes Mitgefühl gilt den Angehörigen des Opfers. Tragische Unfälle wie dieser relativieren jegliche Positivbilanz der Wiener Unfallzahlen dramatisch. Im Straßenverkehr muss die vollste Konzentration dem Verkehrsgeschehen gelten und aufeinander Rücksicht genommen werden", so Verkehrsstadtrat Rudi Schicker und Döblings Bezirksvorsteher Adolf Tiller. Anlässlich des tragischen Unfalls richten Wiens Landespolizeikommandant Karl Mahrer, das Kuratorium für Verkehrssicherheit, die AUVA, der ÖAMTC, der ARBÖ, Bezirksvorsteher Tiller und Verkehrsstadtrat Schicker folgenden Appell an Wiens Verkehrsteilnehmerinnen und -teilnehmer: "Überhöhte Geschwindigkeit und das Nichtbeachten von Zebrastreifen gehören zu den häufigsten Unfallursachen auf Wiens Straßen. Eine KfV-Studie belegt, dass 42 Prozent aller Lenker trotz Tempolimits aufs Gas steigen. Besonders dort, wo Geschwindigkeitsbegrenzungen schwächere Verkehrsteilnehmer schützen sollen, neigen Autofahrer zur Raserei und gefährden damit Kinder, Fußgänger und Radfahrer. Bremsen rettet Leben!" Schulterschluss für Verkehrssicherheit "Österreich hat sehr klare gesetzliche Bestimmungen, die die Sicherheit im Straßenverkehr gewährleisten sollen. Konsequenter Einsatz von Polizei, Präventionsmaßnahmen wie Fahrtechniktrainings als auch technische Einrichtungen und Geschwindigkeitsbeschränkungen können das Risiko von solch tragischen Ereignissen minimieren, letztlich liegt es jedoch am Lenker selbst, sich mit Rücksicht und Verantwortungsbewusstsein auf der Straße zu bewegen", betont Wiens Landespolizeikommandant Karl Mahrer. "Autofahrern erfordert höchste Aufmerksamkeit und ist keine Nebenbeschäftigung", ruft Günther Schweizer vom ARBÖ Wien in Erinnerung. Ablenkungen beim Autofahren sind dringend zu vermeiden, insbesondere im Stadtverkehr, wo plötzliche Reaktionen überlebenswichtig sind. Außerdem ist im Gesetz klar geregelt: Auf Zebrastreifen haben Fußgänger Vorrang. "Daran gibt es nichts zu rütteln", so Schweizer. Der ÖAMTC appelliert an die Autofahrer, sich Fußgängerquerungen generell vorausschauend, also nur langsam und bremsbereit zu nähern. Dasselbe gilt, wenn man Schülerlotsen im oder neben dem Fahrbahnbereich sieht. Schülerlotsen sollten außerdem die Querung für Kinder erst freigeben, wenn sie ganz sicher sind, dass herannahende Fahrzeuge bereits stehen geblieben sind. Der ÖAMTC führt wegen des Sicherheitsrisikos auf Fußgängerquerungen bereits seit drei Jahren Sicherheitstests in europäischen Hauptstädten durch. Im Projekt "Pedestrian Crossings" ist Wien bei der Beurteilung der Einrichtung von Zebrastreifen immer im Vorderfeld gelandet. Gemeinsam mit der MA 46 und dem KfV arbeitet der ÖAMTC ständig an weiteren Verbesserungen der Fußgängerquerungen. "Bei der Elternbefragung, die am Beginn jedes neuen Schulwegplans für eine Wiener Volksschule steht, werden rücksichtslose Lenker, die vor dem Zebrastreifen nicht abbremsen, als größte Gefahrenquelle genannt. Dies zeigt uns, wie wichtig es ist Kinder und Eltern vom ersten Schultag an auf die Gefahren im Straßenverkehr aufmerksam zu machen und ihnen Hilfe zu bieten, den täglichen Schulweg unbeschadet zu überstehen. Ein international anerkanntes Hilfsmittel dazu sind Schulwegpläne, die die AUVA Landesstelle Wien gemeinsam mit der MA 46 und den Bezirken zur Verfügung stellt. Im kommenden Jahr wird die letzte Wiener Volksschule damit ausgestattet sein. Die AUVA-Landesstelle Wien, als soziale Unfallversicherung aller Wiener Schulkinder, kann sich dem Appell nur anschließen. Helfen wir gemeinsam Leid zu verhindern und menschliches Leben zu schützen", sagt Mag. Friederike Lackenbauer, Direktorin der AUVA Landesstelle Wien. Auf das tragische Unglück im 19. Bezirk bezogen unterstreicht Bezirksvorsteher Tiller: "Gemeinsam mit Verkehrsstadtrat Rudi Schicker wurde bereits eine Prüfung aller verkehrstechnischen Möglichkeiten am Ort des Unfallgeschehens veranlasst." Konsequente Fortsetzung der Verkehrssicherheitsarbeit Die Wiener Unfallzahlen der letzten Jahre zeigten einen eindeutig rückläufigen Trend - insbesondere bei den Verkehrsunfällen der 0- bis 14-Jährigen gab es historische Tiefststände. "Wir werden unsere Arbeit zur Erreichung der ambitionierten Zielsetzung des Masterplan Verkehr - 50 Prozent weniger Verunglückte bis 2020 und das langfristige Erreichen der "Vision Zero", also keine Todesopfer im Straßenverkehr - konsequent fortsetzen", betont der Verkehrsstadtrat und verweist dabei auf die Ausweitung von Tempo-30-Zonen in Wiener Wohngebieten, die laufende Entschärfung von Unfallschwerpunkten, die Erstellung der Schulwegpläne gemeinsam mit der AUVA, Fahrsicherheitstrainings zusammen mit ÖAMTC und ARBÖ sowie die wichtige Kooperation mit der Wiener Polizei zur Überwachung des Verkehrsgeschehens. | |
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