07.02.2012
12. Meidling

21.05.2010
Schöpfwerk: FPÖ ortet Sanierungsskandal
Verschwendung und unsachgemäße Verwendung von Baumaterialien
Eigentlich hätten sich die Mieterinnen und Mieter darüber gefreut, dass nun nach bald 20 Jahren endlich mit den notwendigen Renovierungsarbeiten am Schöpfwerk begonnen wurde. Doch jetzt haben diese noch weniger als bisher zu Lachen. Der nächste Sanierungsskandal auf Kosten der Steuerzahler bahnt sich an. Viele Bewohner am Schöpfwerk sind, ob der unsagbaren Zustände, bereits nervlich am Ende, berichtet heute, Freitag, der Meidlinger FP-Gemeinderat Dr. Herbert Madejski.

Bereits in den 90er Jahren wurde bei einem Viertel der Wohnungen im Schöpfwerk Schimmelbefall festgestellt. Nach jahrzehntelangem Warten sollte dieser nun endlich entfernt, die Fassade erneuert und ein Dämmschutz angebracht werden. Schleppend sind die Bauarbeiten bereits angelaufen, von Professionalität kann aber nicht im geringsten die Rede sein. Baumaterialen bleiben einfach ungeschützt der Witterung ausgesetzt liegen. Die Flächen vor dem Kindergarten sind zum Mistplatz geworden. Überall liegen kaputte Glasscheiben und Metallreste herum, die nicht zuletzt eine große Gefahr für die Bewohner und deren Kinder darstellen. Und auch für das bereits an den Fassaden montierte neue Wärmedämmungsmaterial gibt es keine sachgemäße Wetterschutzabdeckung, was eine neuerliche Schimmelbildung in den Wohnungen fördern wird, kritisiert Madejski.

Schlussendlich stimmt auch die ausgeführte Fassadenbekleidung nicht mit der vorgeschlagenen Lösung vom März 2006 überein. Einmal mehr wurden die Mieterinnen und Mieter darüber nicht informiert. Zudem ist unklar, ob die nun angebrachte Fassade auch den neuesten Richtlinien entspricht oder gar nicht mehr gültige Önormen zur Anwendung kamen.

Aus diesem Grund fordert Madejski die Einstellung der bisher ungenügenden "Sanierungsarbeiten" sowie eine gründliche Untersuchung der bisher durchgeführten Arbeiten, um sicherzustellen, dass die angewendeten Önormen auch zeitgemäß und fachgerecht sind. Des weiteren muss unverzüglich eine neutrale, kompetente Bauaufsicht, die die Arbeiten einerseits überwacht und andererseits auch die Qualitätskontrolle übernimmt, eingesetzt werden, um eine weitere Verschwendung der Steuergelder durch eine unsachgemäße Durchführung der Sanierungsarbeiten zu verhindern. Die Stadt hat hier die Pflicht einzugreifen und die Mieter nicht im Stich zu lassen, fordert Madejski abschließend.
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Dr. Kurt Stürzenbecher, SPÖ - 21.05.2010 - 16:51:36
Kurz vor dem langen Pfingstwochenende reicht uns Kollege Madejski einen bunten Strauß voll Unwahrheiten zur Sanierung Am Schöpfwerk. Denn weder der Vorwurf der mangelnden MieterInneninformation noch die Verwendung angeblich unpassender Baumaterialien stimmt. Tatsächlich läuft die Instandsetzung der Wohngebäude Am Schöpfwerk bereits seit Ende 2008 wie geplant.

Die Darstellungen des FPÖ-Mandatars stützen sich auf alte und überholte Informationen oder sind schlicht unwahr. Änderungen im Sanierungskonzept und sowie aktuelle Informationen über den Stand der Sanierung wurden und werden in regelmäßigen Projektsitzungen mit den Mietervertretern der Bauteile besprochen. Da es für das Hochhaus keinen Mietervertreter gibt, wurden die Mieterinnen und Mieter schriftlich in einer ausführlichen Information vor Baubeginn und laufend während der Bauzeit entsprechend informiert.

Die thermisch-energetische Sanierung wird ohne Erhöhung der Miete und unter Inanspruchnahme der Förderung und aus Rücklagen und Vorgriffen auf die Mieteinnahmen finanziert.

Das im Zuge der Sanierung verwendete Wärmedämmmaterial ist natürlich für die Verarbeitung im Freien geeignet und gegen Nässe imprägniert. Einer Übertragung der Schimmelbildung durch Feuchtigkeit ist somit ein Riegel vorgeschoben.

Auch die Kritik an mangelnder Kontrolle weise ich zurück: Die durch Wiener Wohnen beauftragte örtliche Bauaufsicht \'Arge Neues Schöpfwerk\', sowie die Fachabteilungen von Wiener Wohnen und die MA 39, Prüf-, Überwachungs- und Zertifizierungsstelle der Stadt Wien, führen regelmäßig Qualitätskontrollen durch. Zudem werden die Bautätigkeit, die Mieterbetreuung und die Rechnungslegung laufend durch eine seitens Wiener Wohnen beauftragte externe Kontrolle überwacht. Diese prüft gemeinsam mit der örtlichen Bauaufsicht auch fortwährend die Einhaltung der Sicherheitsmaßnahmen und kontrolliert die beschäftigten Firmen.

Gemeinderat Dr. Kurt Stürzenbecher,
Wohnbausprecher der SPÖ Wien