10.02.2012
19. Döbling

07.06.2010
Videoüberwachung für Todes-Schutzweg
 
Am 18. Mai ist ein Kind an der Kreuzung Döblinger Hauptstraße / Pyrkergasse von einem Autofahrer am Schutzweg überfahren worden. Verkehrsexperten der Stadt Wien, des Kuratoriums für Verkehrssicherheit und die Polizei haben eindeutig festgestellt, dass Ursache des tragischen Unfalls am Schutzweg menschliches Versagen war. Der Schutzweg selbst ist sicherheitstechnisch sehr gut ausgestattet. 

ZebrastreifenÜberhöhte Geschwindigkeit und das Nichtbeachten von Zebrastreifen gehören leider zu den häufigsten Unfallursachen auf Wiens Straßen. Eine Studie des Kuratoriums für Verkehrssicherheit belegt, dass vier von 10 LenkerInnen vor Schutzwegen nicht anhalten, wenn ein Fußgänger / eine Fußgängerin die Fahrbahn überqueren möchte. Hinzu kommen eine Vielzahl von Ablenkungen, u. a. - obwohl verboten - das Handytelefonieren während der Fahrt.

Maßnahmenbündel soll Aufmerksamkeit erhöhen

Verkehrsstadtrat DI Rudi Schicker: "Jeder Tote im Straßenverkehr ist einer zuviel. Wir arbeiten deshalb permanent an der Verbesserung der Sicherheit auf Wiens Straßen. Was wir verkehrsorganisatorisch machen können, tun wir auch. Erstmals werden wir an der Döblinger Hauptstraße, Ecke Pyrkergasse einen Schutzweg mit Videos überwachen. Wenn nichts anderes hilft, können wir damit rücksichtslose Autofahrer auch zur Kasse bitten. Es soll nicht wieder ein Kind an dieser Kreuzung verunglücken".

Die Experten haben für die Kreuzung Döblinger Hauptstraße / Pyrkergasse ein Bündel von Maßnahmen überlegt, die vor allem darauf abzielen, auf den Schutzweg noch besser aufmerksam zu machen und tragische Unfälle in Zukunft zu vermeiden: Große und deutlich sichtbare gelbe Hinweistafeln vor der Straßenbahnhaltestelle, zusätzliche, durch gelbe Umrandung auffälligere Verkehrszeichen "Achtung Schutzweg" direkt vor dem Zebrastreifen, Tempo 30 im Bereich der Straßenbahnhaltestelle und des Schutzwegs sowie die Installation eines neuen Videoüberwachungssystems.

Hierbei erkennen "Intelligente" Kameras Fußgänger und Fußgängerinnen und filmen sie auf ihrem Weg vom Gehsteig über die Fahrbahn bis sie den gegenüberliegenden Gehsteig erreicht haben. Weitere Kameras beobachten die Autofahrer. Sind diese zu schnell unterwegs oder halten sie nicht an, um Fußgänger überqueren zu lassen, dann werden die Daten gespeichert. Uneinsichtige Autofahrer können so gegebenenfalls auch wegen Gefährdung anderer VerkehrsteilnehmerInnen strafrechtlich belangt werden.

Mit der Umsetzung der auch mit den Elternvertreterinnen der Schule abgestimmten Maßnahmen soll unverzüglich begonnen werden.

"Bremsen rettet Leben. Ich appelliere deshalb nochmals an alle Verkehrsteilnehmer eindringlich, rücksichtsvoll zu fahren und vor Zebrastreifen anzuhalten, wenn ein Fußgänger oder eine Fußgängerin die Straße überqueren möchte", schließt Schicker.
Symbolfoto
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