07.02.2012
Tierecke


14.06.2010
Kaiseradler-Nachwuchs in Niederösterreich
 
kaiseradler_nachwuchs_beringung_perkopfZarte Bruterfolge zeigen sich in einem kaum erreichbaren Adlerhorst in der Region March Thaya- Auen. Zwei weiß beflaumte Adlerjungen mit wachem Blick und noch übergroßen Krallen und Schnäbeln sind erste Zeichen für einen Aufwärtstrend der bescheidenen Kaiseradlerbestände in Österreich. Seit 2008 fördert das Land Niederösterreich das BirdLife-Artenschutzprogramm Kaiseradler.

„Gerade im Jahr der Artenvielfalt ist es eine besondere Freude, dass wir wieder einen Bruterfolg seltener Greifvögel in Niederösterreich verzeichnen können“, so Naturschutzlandesrat Dr. Stephan Pernkopf. Bereits zum zweiten Mal assistiert der niederösterreichische Landesrat den BirdLIfe-Experten bei der Beringung der kleinen Hoffnungsträger. In Österreich galt der Kaiseradler etwa 190 Jahre lang als ausgestorben bevor er 1999 zum ersten Mal wieder brütete. Mittlerweile ist der Bestand in ganz Österreich auf sechs Paare angewachsen, so die Ornithologen von BirdLife. Drei davon brüten in Niederösterreich.

Überlebensrate bei Jungadlern unter 30 Prozent 

„Die Beringung von Jungvögeln in Niederösterreich hilft uns, das Verhalten von Jungadlern über Jahre hinweg zu beobachten und sie noch besser schützen zu können“, sagt Gábor Wichmann, Kaiseradler-Projektleiter von BirdLife Österreich. „Vor allem in den ersten drei bis vier Lebensjahren, in denen die Adler überlebenswichtige Erfahrungen sammeln, sind Kaiseradler stark gefährdet durch Lebensraumverlust, Störungen und illegale Bejagung. Die Überlebensrate liegt bei Jung-Adlern unter 30 Prozent.“

Kaiseradler ein Brutvogel offener Steppengebiete 

Ursprünglich war der Kaiseradler ein Brutvogel offener Steppengebiete, in denen er Einzelbäume oder kleine Baumgruppen als Nistplätze nutzte. Hier zu Lande dienen ihm landwirtschaftlich genutzte Flächen mit hohem Brachenanteil als Nahrungsgebiete. BirdLife-Experte Wichmann: „Feldhasen, Fasane, Tauben und kleine Nager gehören zur Beute des Kaiseradlers. Intensive Landwirtschaft lassen viele Beutetiere mehr und mehr verschwinden. Wir brauchen daher Brachflächen-Widmungen in den Kaiseradler-Revieren.“ Diese können über 100 Quadratkilometer betragen.

Horst nur über Hebebühne erreichbar 

Ob mit Seilschleuder und Klettereisen oder Hebebühne, einfach ist kein Adlerhorst zu erklimmen. Ohne die Hilfe der Feuerwehr Hohenau hätten die BirdLife Experten das Adler-Kinderzimmer in luftigen 14 Metern Höhe kaum erreicht. Ein Kaiseradler-Horst hat einen Durchmesser von mindestens einem Meter und ein entsprechendes Gewicht. Dafür sind hohe, ausladende und stabile Bäume notwendig. „Alte Bäume mit mächtigen Kronen sind immer seltener zu finden. Ein wesentliches Ziel von BirdLife Österreich ist es daher auch, gemeinsam mit Landbesitzern und –nutzern ein Konzept zu erarbeiten, um einzelne Bäume aus der Nutzung zu nehmen“, betont Wichmann die Wichtigkeit von Altholzbeständen. Der Vorteil ist, die gigantischen Nester werden von Kaiseradlern mehrmals genutzt.

Kaiseradler Weltbestand gefährdet 

Der Kaiseradler gilt weltweit als bedroht. Der majestätische Greifvogel mit einer Flügelspannweite von bis zu zwei Metern brütet lokal vom Transbaikal (Russland) bis ins östliche Mitteleuropa. Niederösterreich ist das westlichste Brutvorkommen der Art.
Foto: NKL Reinberger
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