07.02.2012
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26.06.2010
SPÖ feiert 27. Fest - und die Donauinsel verkommt
 
2010_Donauinselfest (42)Während die SPÖ „ihr“ 27. Donauinselfest, das natürlich vom Steuerzahler fest subventioniert wird, zelebriert, verkommt der Ort des Geschehens, die Donauinsel, immer mehr. Das aber fällt den Wiener „Oberroten“, angefangen von Bürgermeister Michael Häupl , über Landesparteisekretär Christian Deutsch bis hin zu den diversen Stadt- und Gemeinderäten überhaupt nicht auf – sitzen sie doch sogar auf der Donauinsel in einem extra errichteten „VIP-Elfenbeinturm“, in den nur Günstlinge und „Gleichgeschaltete“ vorgelassen werden. So müssen die SPÖ-Granden nicht zur Kenntnis nehmen, was rund um das Festgelände passiert – nämlich dass die Insel zu einer Mistg´stättn, zu einem Schandfleck für Wien, verkommt beziehungsweise bereits verkommen ist.

Familienfreundlich soll das Donauinselfest sein. Schon bei dieser Aussage sollte den Rathausverantwortlichen die Schamesröte ins Gesicht steigen! So empfehlen sie, unbedingt mit den Öffis anzureisen, da die Parkplätze auf und rund um die Insel rar seien. Besonders ideal sei natürlich die Anreise mit der U-Bahn, die doch sogar eine eigene Station auf der Insel habe. Angeblich, so die SP-Parteizentrale im Vorjahr, reisen auch rund 50 Prozent der Festgäste mit der U-Bahn an – also rund 500.000 Personen pro Festtag. Eine Zahl, die angesichts der U-Bahn-Kapazitäten zwar leicht übertrieben erscheint, die aber nachfolgendes Faktum höchstens noch verschärft. 

2010_Donauinselfest (389)Ob die hohen Herren schon jemals mit der U-Bahn auf die Donauinsel gefahren sind? Offensichtlich nicht, denn sonst müssten sie wissen, dass die U-Bahnstation „Donauinsel“ weder mit Rolltreppen noch mit Liften ausgestattet ist. Mütter dürfen also die Kinderwagen über dutzende Stiegen alleine auf die „familienfreundliche“ Donauinsel schleppen oder darauf hoffen, dass sich ein anderer Fahrgast ihrer erbarmt. Für Rollstuhlfahrer ergeben sich naturgemäß ähnliche Probleme. Also sollten die Rathausverantwortlichen auch das Wort „barrierefrei“ im Zusammenhang mit der Donauinsel besser nicht in den Mund nehmen. 

Das hat natürlich nichts mit dem Inselfest zu tun, stößt aber besonders auf, wenn wieder einmal vom familienfreundlichen Donauinselfest gesprochen wird und der Bürgermeister via Videobotschaft die Atmosphäre der „Toleranz“ und des „Miteinanders“ in „seiner“ Stadt lobt. Behinderte, Mütter mit Kinderwagen oder Gebrechliche merken auf der Donauinsel jedenfalls nichts davon.

2010_Donauinselfest (350)Papiertiger 

Wer Hausordnungen erlässt, zusätzlich deren rigorose Kontrolle ankündigt und dann alles „durchgehen“ lässt, macht sich lächerlich. Wo waren die angekündigten „Zutrittskontrollen, welche die Einhaltung der Haus- und Platzordnung gewährleisten“ sollen? Wieso kommt es zu Halbbewusstlosen, die inmitten geleerter „Doppler“ umherliegen – wenn doch „mitgebrachte alkoholische Getränke abgenommen werden“? Was nützt ein Vuvuzela-Verbot, wenn sich die Besucher nicht daran halten bzw. dieses auch nicht kontrolliert wird? Die Hausordnung des Donauinselfestes reiht sich damit nahtlos in die diversen Verbote und Erlässe der Rathausverantwortlichen ein: schnell verbieten bzw. erlassen – aber nicht kontrollieren. Aber vielleicht zaubert Häupl ja in den nächsten zwei Inseltagen noch eine weitere städtische „Kontrolltruppe“ aus dem Hut?

2010_Donauinselfest (375).JPGPotemkin lässt grüßen 

Während das Festgelände glänzt und strahlt – da funktioniert jeder Beleuchtungskörper, das Gras ist nahezu „fußballplatzgerecht“ geschnitten, jede noch so kleine Pfütze wird laufend mit Holzschnitzel aufgefüllt – gibt es, nur ein paar Schritte weiter, auch die „etwas andere Insel“: ungepflegt, dreckig und verkommen. Dort müssen die Besucher das hüfthohe Gras der „Liegewiesen“ akzeptieren, dürfen die Kloake, die sich auch dort „Neue Donau“ nennt, „bewundern“. 

In der Lobau gibt es schon Gastronomiebetriebe, die auf der Speisekarte die „Umweltsituation“ erklären und ihre Gäste auffordern, sich bei den verantwortlichen Magistratsabteilungen zu beschweren. Und, quasi zum Nachtisch, gibt´s auch die dazugehörigen Beschwerde-Telefonnummern. Andere Lokalbetreiber arrangieren sich auf „wienerisch“ – sprich: gegen zwei Kisten Bier gibt´s eine gewisse Beschleunigung der „Mähaktion“ rund um ihr Lokal.

Geisterschiffe 

2010_Donauinselfest (204)Da das Inselfest ja nicht nur auf der Insel selbst, sondern auch am linken Ufer der Neuen Donau stattfindet („Country Insel“), ist natürlich eine Verbindung der beiden Ufer vonnöten – das wurde in den vergangenen Jahren mit einer schmalen Schwimm-Brücke bewerkstelligt. 

Groß war der Schock, als man heuer, wenige Tage vor Beginn des Inselfestes, feststellen musste, dass auf dieser Brücke ein sicheres Queren der „Rinne“, wie die Neue Donau auch genannt wird, nicht mehr möglich ist. Was also tun – eine Verbindung musste her. Eine Schwimmbrücke ließ sich innerhalb der verbleibenden Stunden nicht mehr auftreiben – also mussten Boote angeschafft werden, um die Besucher von einer Seite des Festgeländes zur anderen zu befördern. 

Donauinsel_sunken_dreckWem die nagelneuen Boote gehören, ob sie überhaupt zum Verkehr zugelassen sind (sie tragen keinerlei Kennzeichnung), entzieht sich unserer Kenntnis. Was wir hingegen genau wissen, ist die Tatsache, dass die zweiköpfigen „Mannschaften“ der Boote von Mitarbeitern der Wiener Berufsfeuerwehr gestellt werden. Ob die tüchtigen Burschen das während der Dienstzeit tun? Oder gegen Entschädigung in ihrer Freizeit? Wie auch immer – die Wienerinnen und Wiener, ob sie jetzt das Inselfest besuchen oder nicht, werden auch diese Schifferlfahrt bezahlen müssen – damit die SPÖ-Kapos weiterhin aus ihrem „Elfenbeinturm“ auf die Festgäste, im wahrsten Sinne des Wortes, hinunter blicken können. 

(bu)
Fotos: Bernhard Sengseis
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jonas - 28.06.2010 - 00:14:58
lol.. und wäre nicht rot in wien sondern blau oder was auch immer, wäre alles anders oder wie? wo lebt ihr eigentlich? blau würde genauso ein DIF abhalten und es würde genauso ablaufen. Glaube kaum das eine Partei schuld ist wenn die beauftragten Firmen Fehler machen und dann eine schnelle Lösung her muss.

Wie würde denn die intelligenten Herrschaften das Problem lösen? zb das mit dem Steg?
meno - 27.06.2010 - 23:26:59
pendulum war wahsinnig toll!
roland - 26.06.2010 - 21:39:43
häupl geht doch nur nach dem alten römischen muster vor: gebt dem hungernden, unzufriedenen volk SPIELE, das lenkt ab! allerdings hat man viele römische herrscher dennoch für ihre misswirtschaft umgebracht. das dürfte häupl erspart bleiben.
SM Donaustadt - 26.06.2010 - 19:31:27
Genau! Auf die drei Millionen Parteigänger kann die Stadt wirklich verzichten. Ach hätten sich ÖVP/FPÖ damals doch mit Ihrern Rathaus-Stimmen gegen den Bau dieser Hochwasserschutzanlage durchgesetzt!