07.02.2012
Gesundheit


04.07.2010
Tabuthema ´Scheideninfektion´
Tipps für die richtige Intimpflege im Sommer
Fotolia_mädchen_wasser_bikini_slip_luftmatrazeEndlich Sommer! Doch für den Intimbereich nicht die angenehmste Jahreszeit. Schwimmbadbesuche, häufiges Duschen inklusive Intimpflege mit aggressiven Mitteln, Schwitzen in synthetischer Unterwäsche, Tragen von Stringtangas aus Kunstfasern, gesteigerte Libido in Kombination mit häufigem Partnerwechsel uvm. belasten die Scheidenflora. Herrscht in der Scheidenflora zusätzlich ein Mangel an Milchsäurebakterien (Laktobazillen), kommt es häufig zu einer Scheideninfektion mit Symptomen wie Brennen, Juckreiz, Ausfluss und Schmerzen.

„Im Falle eines Laktobazillenmangels können Sie Ihre Scheidenflora im Sommer durch eine Kur mit Scheidenkapseln, die Milchsäurebakterien enthalten, unterstützen”, rät Univ.-Prof. Dr. Armin Witt, Facharzt für Frauenheilkunde und Geburtshilfe und Gründer des Akutservices „Gyninfekt". „Milchsäurebakterien, auch Laktobazillen genannt, fungieren in der Scheide als Schutzbarriere gegen Krankheitserreger. Sind sie in zu geringer Anzahl oder gar nicht vorhanden, ist die Gabe von Milchsäurebakterien unbedingt nötig. Denn nur eine gesunde Scheide mit genügend Laktobazillen kann Keimen standhalten und Infektionen abwehren”. Gynophilus Scheidenkapseln (Medizinprodukt) zum Beispiel enthalten diese speziellen Milchsäurebakterien – den Lactobacillus Casei Rhamnosus (LCR 35) – in sehr hoher Anzahl. Ein simpler Laktobazillen-Mangel kann übrigens dieselben Symptome haben wie eine Pilzinfektion: Brennen, Juckreiz und Schmerzen. Den Unterschied sieht der Arzt durch eine mikroskopische Untersuchung.

Nicht mit Tampons schwimmen

Mit Tampons machen Frauen auch während der Monatsblutung im Bikini gute Figur – dennoch sollte das Schwimmen mit Tampons vermieden werden. Prof. Witt erklärt die Problematik: „Der Tamponfaden funktioniert wie ein Docht und leitet Wasser in die Vagina weiter. Das hintere Scheidendrittel kommt nur durch den Tampon mit dem Wasser in Kontakt.” Die gesunde Scheidenflora sollte nicht durch übertriebenes Reinigen und desinfizierende Seifen gestört werden. „Den Intimbereich am besten nur mit warmem Wasser, höchstens mit sanften milchsäurehaltigen Präparaten reinigen”, rät Witt.

Ratschläge zur Intimhygiene:

Ø Desinfizierende Mittel sollten nur nach ärztlicher Verordnung verwendet werden. Für die Intimpflege spezielle pH-neutrale, unparfümierte Produkte verwenden, z.B. Lactamousse®, ein Intimpflegeschaum mit Milchsäure, Aloe und Hamamelis aus der Apotheke. Dieser erhält das saure pH-Milieu der Scheidenumgebung und ist frei von Alkaliseife, Parfum und Farbstoffen.

Ø Eigenes Handtuch für den Intimbereich verwenden.

Ø Immer von der Scheide weg in Richtung After und nie zweimal mit dem gleichen Stück Toilettenpapier (vor allem beim Stuhlgang).

Ø Unparfümierte, luftdurchlässige Slipeinlagen verwenden und regelmäßig wechseln.

Ø Das Tragen von Unterwäsche, insbesondere Stringtangas aus Kunstfasern und zu engen Hosen vermeiden. Statt dessen Slips aus Baumwolle wählen.

Ø Keine Selbsttherapien! Beschwerden wie Juckreiz, Ausfluss oder Brennen in der Scheide vom Arzt abklären lassen.
Foto: Nina Malyna / Fotolia
<< zurück