
17.07.2010
| Fulminante „La Traviata“- Premiere in Gars/Kamp | |
| Gestern, Freitag, ab 20 Uhr, fand die fulminante Premiere von Giuseppe Verdis „La Traviata“ in der Burgruine Gars am Kamp, NÖ, statt. Das Premieren-Ensemble bildete die britische Starsopranistin Morenike Fadayomi als Violetta Vallery, der Tenor Giorgio Berrugi als Alfredo Germont, der italienische Bariton Alessandro Paliaga in der Rolle des Giorgio Germont und Pavol Remenar als Baron Douphol. Das für die Aufführung neu gegründete Ostarrichi Akademisches Orchester leitete der italienische Dirigent Marco Zambelli. Die „Opern Air“ Festspiele in Gars am Kamp, Österreichs einziges Opern Festival, das ohne Verstärker auskommt, durften in ihrem bisher 20-jährigen Bestehen bereits mehr als 300.000 Menschen begeistern. In diesem Sommer steht Giuseppe Verdis „La Traviata“ auf dem Spielplan. Die berührende Geschichte von der innigen Liebe und dem tragischen Tod der Kurtisane Violetta Valery ist bis heute eines der erfolgreichsten Werke der Operngeschichte. Beim Opern Air Festival in Gars am Kamp wird das Leben und Leiden der „vom Wege Abgekommenen“, so die wörtliche Übersetzung des Titels, nach den erfolgreichen Aufführungen im Jahr 2000 bereits zum zweiten Mal aufgeführt. Tobenden Applaus ernteten die Künstler bei der gestrigen Premiere, gesungen wurde in Italienisch mit deutschen Untertiteln. Die Künstler Die Titelrolle der Violetta Valery singen abwechselnd drei Sopranistinnen: Sophie Gordeladze, Morenike Fadayomi, und Narcisa Brumar. Bei der Premiere glänzte Morenike Fadayomi in der Titelrolle. Auftritte feierte die britische Starsopranistin, die in Wien studiert hat, bereits an einigen der größten Opernhäuser der Welt. In Österreich konnte man sie unter anderem bei den Bregenzer Festspielen als Bess in George Gershwins Oper „Porgy and Bess“ hören; bei den Wiener Festwochen hat sie als Rikke in Friedrich Cerhas „Der Rattenfänger“ überzeugt; als Aida begeisterte sie nicht nur beim Opern Air in Gars, sondern auch bei den Opernfestspielen St. Margarethen. . Die Rolle des Geliebten der Violetta, Alfredo Germont, wird alternierend von zwei Tenören verkörpert – von Gaston Rivero und Giorgio Berrugi. Gestern übernahm Berrugi den Part. Er war zunächst als Klarinettist erfolgreich, bevor er 2004 mit seinem Gesangsstudium begann. Im September 2007 gab er sein Debüt als Rodolfo in Puccinis „La Bohème“. Mit diesem Part gewann er den internationalen Gesangswettbewerb „Titta Ruffo“ im Jahr 2008. Ab der Spielzeit 2010/11 ist er Ensemblemitglied der Semperoper in Dresden, wo er unter anderem als Don José in Bizets „Carmen“ auftreten wird. Grandios Alessandro Paliaga, der in die Rolle des Giorgio Germont, Vater des jungen Studenten Alfredo schlüpfte. Der in Pisa geborene Bariton studierte zuerst klassische Gitarre und dann Gesang in Florenz. Seine Karriere führte ihn schon bald an die wichtigsten Opernhäuser der Welt. Er ist regelmäßiger Gast an der Mailänder Scala, der Oper Rom, dem Teatro La Fenice in Venedig, dem Arts Center Seoul/Korea, dem Teatro Municipal in Rio de Janeiro/Brasilien, der Staatsoper Unter den Linden in Berlin, wo er u.a. Partien wie Scarpia (Tosca), Luna (Trovatore), Alfio (Pagliacci), Giorgio Germont (Traviata), Escamillo (Carmen) oder Gerard (Andrea Chenier) interpretierte. Sein Konzertrepertoire umfasst Werke vom Barock bis zur Moderne. Er wirkte bei zahlreichen CD- und DVD-Aufzeichnungen mit. So unter anderem 2008 bei der Aufnahme von Prokoffiews „Der Spieler“, einer Produktion der Staatsoper Unter den Linden unter der Leitung von Daniel Barenboim, die auch für das Fernsehen aufgezeichnet wurde. Alessandro Paliaga arbeitete unter anderem mit großen Dirigenten wie Lorin Maazel, René Clemencic, Justus Franz, John Neschling, Daniel Baremboim, Asher Fisch und Daniele Gatti. Musikalische Leitung Der aus Genua stammende Musiker, er zählt zu Rolando Villazons Lieblingsdirigenten, begann als Leiter des Opernchores von Lyon (Frankreich), wo er bis 1994 auch Musikchef war. Mit Giovanni Paisiellos „La Serva padrona“ und Domenico Cimarosas „Il Maestro di Cappella" startete Zambelli seine Karriere als Operndirigent. Seitdem bleibt ihm kaum ein Opernhaus oder Festival verschlossen. Das Teatro San Carlo in Neapel kennt er ebenso wie die Oper von Monte Carlo oder die Häuser in Cincinnati, Las Palmas oder die Metropolitan Opera in New York. Seine erste „Traviata“ hat Zambelli am Ort der Uraufführung dirigiert – im Teatro La Fenice in Venedig. Neues Orchester gegründet Prof. Karel Drgac, Intendant der Opernfestspiele Gars, wagt einen mutigen und innovativen Schritt, indem er zum ersten Mal ein neues Orchester quasi “auf das Podest” holt. Der Verein „Klangvereinigung”, eine neu gegründete Vereinigung junger Musiker, die allesamt ihre Ausbildung an den renommiertesten österreichischen Universitäten und Konservatorien erhielten, nahm die Herausforderung an und gründete gemeinsam mit dem Intendanten der Opernfestspiele Gars das „Ostarrichi Akademische Orchester”. Das Durchschnittsalter der Mitglieder des fünfzig Personen umfassende Orchesters beträgt 24 Jahre. Die Musiker stammen aus allen Teilen Niederösterreichs, aus dem Waldviertel, dem Bezirk Gänserndorf, aus dem Weinviertel und Wiener Neustadt, wo auch der Sitz des Vereins liegt. Was darüber hinaus alle verbindet, ist die große Liebe zur Musik. Das „Ostarrichi Akademische Orchester“, für das „La Traviata“ die erste gemeinsame Opernproduktion ist, konnte bei der gestrigen Premiere mit junger Lebensfreude und dynamischem Einsatz einen unvergesslichen Abend mit der wunderbaren Musik Verdis im malerischen Ambiente des Kamptales bescheren. Orchestersprecher Dominik Hofer: „Wenn Sie mir den Vergleich gestatten, mit unserem jungen Orchester ist es vielleicht wie mit dem jungen Wein des Kamptales - in beiden steckt viel Potential und Liebe.“ Regie in bewährten Händen Gesamtleitung und Regie der 21. Produktion der Opern Air Festspiele Gars am Kamp übernahm, wie auch in den vergangenen 20 Jahren, deren Intendant Karel Drgac. Geboren in Tschechien, studierte er in Wien Opernregie und kulturelles Management bei Professor Marcel Prawy und begann seine Karriere 1983 als Assistent von Jean-Pierre Ponnelle. Seither arbeitete er an den Opernhäusern in Chicago, Wien und Zürich, bei den Salzburger Festspielen und an der Metropolitan Opera in New York. 1990 wurde Drgac der erste postkommunistische Direktor und künstlerische Leiter der Staatsoper Prag, wo er sechs Jahre große Erfolge feierte. Guiseppis „La Traviata“ ist noch bis 8. August 2010 in der Burgruine Gars /Kamp erlebbar. Aufführungen gib´s jeden Freitag, Samstag und Sonntag (Ausnahme: 18. Juli). Ein Kunstgenuss, den Sie sich nicht entgehen lassen sollten! | |
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