10.02.2012
Ausstellungen & Messen


02.08.2010
Hofburg Wien: Silberkammer in neuem Licht
Neues LED-Beleuchtungssystem bringt mehr Qualität für die Besucher bei gleichzeitigen Energie- und Kosteneinsparungen

Hofburg Silberkammer Tafelaufsatz c SKBBei der Einrichtung der Silberkammer als Museum vor mehr als 15 Jahren schwebte den Kuratoren die Vision des „hellsten Museums der Welt“ vor. Hintergrund war, dass Ausstellungsobjekte aus Glas oder Porzellan, die bei den in der Silberkammer gezeigten Gegenständen aus der höfischen Tafelkultur einen erheblichen Teil ausmachen, weniger lichtempfindlich sind als sonstige Museumsobjekte. In 110 Vitrinen sind rund 7.000 Sammlungsstücke ausgestellt. 1.000 Lichtpunkte sorgen für die Ausleuchtung der prunkvollen Gläserserien und Tafelservices. 

Bis vor kurzem waren Halogen-Lampen im Einsatz, was mit einem hohen Wartungsaufwand verbunden war. Bei einer durchschnittlichen Lebensdauer von 2.000 Betriebsstunden mussten die Leuchtmittel zweimal im Jahr ausgetauscht werden. In Anwesenheit eines Kustoden, eines Elektrikers und einer Aufsichtsperson wurde dafür jede Vitrine einzeln ausgeräumt, um die 1.000 Halogen-Lampen durch neue zu ersetzen. Aufgrund der schlechten Zugänglichkeit mancher Vitrinen und kaputt gegangener Fassungen konnte der Lampentausch zuletzt nicht mehr überall durchgängig durchgeführt werden. 

Auch in punkto Hitzeentwicklung war die Halogen-Beleuchtung nicht unproblematisch. Die hohen Temperaturen rund um die Leuchtkörper führten zu Staubfestklebungen an den Ausstellungsobjekten (die regelmäßig entfernt wurden) sowie zu einer entsprechenden Raumerwärmung und mussten nicht zuletzt in Bezug auf Brandschutz berücksichtigt werden. 

Hofburg Silberkammer GrandVermeil c SKBDie Schloß Schönbrunn Kultur- und BetriebsgesmbH als Betreiber der Silberkammer sowie die gebäudeverwaltende Burghauptmannschaft haben nun die gesamte Vitrinenbeleuchtung auf eine LED-Lichtlösung umgestellt. 120.000 Euro ließ sich die Burghauptmannschaft das Projekt kosten. „Wir sind bestrebt, unseren Teil zu mehr Energieeffizienz beizutragen, weshalb wir diese Investition gerne getätigt haben“, so Burghauptmann Wolfgang Beer. Der Energieverbrauch hat sich gegenüber dem alten Beleuchtungssystem um 46 Prozent reduziert. Die Lebensdauer der LEDLichtquellen ist 15 Mal höher als die der Halogen-Lichtquellen. „Nur aufgrund der Energieeinsparung würden sich die Kosten erst in rund zwölf Jahren amortisieren, berücksichtigt man aber auch Wartungsaufwand und Personalkosten, rechnet sich die Investition bereits in nur zwei Jahren“, so Schönbrunn-Geschäftsführer Wolfgang Kippes. 

Letztlich profitiert auch die Umwelt: Durch den Umbau der Vitrinen-Beleuchtungsanlage wird eine CO2-Einsparung von 4,3 Tonnen pro Jahr erwirkt. 

Für den Besucher ergibt sich eine insgesamt bessere Lichtsituation. Teil des Konzepts ist eine bislang nicht gegebene differenzierte Lichtstimmung zwischen Raumbeleuchtung und Beleuchtung der Schauobjekte. Die Raumbeleuchtung soll demnächst auch noch auf LED-Technologie umgerüstet werden. Dabei wird allerdings warmweißes Licht zur Anwendung kommen. Die neutralweiße Ausleuchtung der Vitrinen führt durch den höheren Blauanteil im Farbspektrum zu einer besseren Erkennbarkeit der blauen Elemente auf den Exponaten.

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