
12.08.2010
| "Paradies-Gründe": Keiner weiß von nix ... | |
| Zu öffentlicher Nutzung liegen SP-Stadtrat Rudi Schicker „keine aktuellen Informationen vor“ | |
| Man sei „auf bestem Weg“ hieß es zuletzt wörtlich in der Bezirksvertretung von Bezirksvorsteherin Andrea KALCHBRENNER, SP, als die Grünen zur hinkünftigen Nutzung der Liegenschaft Hüttelbergstraße 22 ("Paradies") - nach dem Scheitern der letzten Privatisierung - eine öffentliche Nutzung forderten ... Von Näherem war allerdings seit dem heurigen Frühjahr kein Sterbenswort zu erfahren, und weil die Grünen die SPÖ und ihre so genannte Privatisierungen nur zu gut kennen und keineswegs schätzen, verlangten sie umgehend Auskunft über die Pläne der Stadt Wien mit der Liegenschaft. Das Antwortschreiben des zuständigen Stadtrates Dipl.Ing. Rudolf SCHICKER liegt jetzt vor und bestätigt die Befürchtungen aller Skeptiker. Wörtlich schreibt er: „Zu einer öffentlichen Nutzung des Grünraumes der Liegenschaft Hüttelbergstraße 22 (s.g. Pradies-Gründe“) liegen der Magistratsabteilung 21A kein aktuellen Informationen vor. Es ist weder ein entsprechendes Widmungsansuchen eingegangen noch wurde in dieser Sache auf andere Art mit der Magistratsabteilung 21A Kontakt aufgenommen.“ So sieht also der „beste Weg“ aus, der angeblich zu einer öffentlichen Nutzung der Liegenschaft führen soll! Herr Stadtrat erfährt leider nichts von seiner eigenen Magistratsabteilung MA 21A und hat in der Sache auch keinen „Kontakt aufgenommen“. Veritabler Kriminalfall Dies alles ist mehr als merkwürdig in dem glamourösen Kriminalfall rund um die letzte Privatisierung der Liegenschaft. Wie Grün-Mandarar Wolfgang Krisch berichtet hat, bewilligte die Stadt Wien zwei Söhne des Malerfürsten Ernst FUCHS für ein Bauvorhaben im Gesamtvolumen von fabulierten 34 Millionen Euro (Museum, Ateliers, Wohnungen, Tiefgarage, Restaurant) ein Baurecht für 99 Jahre, ohne auch nur im Geringsten die Bonität der Bauwerber oder das Projekt auf seine Plausibilität zu prüfen. Proponent des Projektes war nicht nur der legendäre Wiener Senatsrat i. R., Dr. Ferdinand PODKOWIC, sondern auch der ebenso legendäre ehemalige SP-Stadtrat Helmut BRAUN, wie jetzt überraschend Wiens Wohnbaustadtrat in Beantwortung einer Anfrage verriet. Das von Wien auf Nichts hinauf eingeräumt Baurecht wurde jedenfalls von den Projektwerbern als Sicherstellung für einen Hypothekarkredit der Hypo-Alpe-Adria verwendet. Über 5 Millionen € kamen zur Auszahlung, angeblich nur an die beiden Söhne des Ernst Fuchs, die seither mit dem Geld verschwunden sind und in Thailand leben sollen. (Inwieweit sich die Republik um eine Auslieferung bemüht und welche Verfolgungshandlungen bisher überhaupt gesetzt wurden, wird eine Anfrage der GRÜNEN ergeben, die an die Justizministerin im Nationalrat eingebracht wurde.) Die Stadt Wien hat die erkennbaren kriminellen Handlungen nicht nur NICHT zur Anzeige gebracht, sondern auch offenbar keine Anstrengungen unternommen, aushaftende Beträge bei ihrem pensionierten SR Dr. Ferdinand PODKOWICZ einzutreiben, der als Vorstand jener Stiftung anzusprechen wäre, die zur Realisierung des Projektes eingerichtet war und ist. Baurecht von Gemeinde zurück ersteigert! Die Stadt Wien hat mittlerweile das Baurecht auf der Liegenschaft zurück ersteigert, - Stadtrat SCHICKER verweist auf eine derzeitige Bausperre gem. § 8 Abs.1 der Wiener Bauordnung sowie auf die Unterschutzstellung der umgebenden Waldflächen als Teil des Schutzgebietes Wald – und Wiesengürtel. Wenn nunmehr keinerlei Anstrengungen unternommen werden, die Liegenschaft öffentlich zugänglich zu machen und Herr Stadtrat nicht einmal „Informationen“ vorliegen, so scheint dies mehr als verdächtig und in Anbetracht der jüngeren Geschichte der Liegenschaft höchst dubios. Denn eine Bausperre lässt sich umgehend aufheben und das Baurecht für ein Wohnbauvorhaben realisieren, das ungeheuer lukrativ wäre. ( Ein derartiges Wohnbauprojekt war von der SPÖ immerhin auch schon vor der letzten Privatisierung unter Stadträtin Grete LASKA versucht worden.) Die Grünen erwarten sich jedenfalls endlich eine klare Entscheidung der Wiener SPÖ, wie die Liegenschaft nunmehr endgültig der Öffentlichkeit zu Gute kommen wird – alles sonst, wäre indiskutabel. Wolfgang Krisch , | |
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