10.02.2012
Auto & Verkehr


27.08.2010
Radler: Hälfte der Überlandfahrer trägt Helm
Stadtradfahrer sind häufiger Ablenkungen ausgesetzt
Anfang August hat der ÖAMTC erneut Tempomessungen auf einem Fahrradweg durchgeführt. "Dieses Jahr hat uns aber vor allem interessiert, wie schnell und sicher Fahrradfahrer im Freizeitbereich unterwegs sind", berichtet ÖAMTC-Verkehrspsychologin Marion Seidenberger. Daher wurde die ÖAMTC-Tempomessung diesmal am Donau-Radweg in Wien/Nussdorf Fahrtrichtung Klosterneuburg durchgeführt. Die Ergebnisse der diesjährigen Erhebung wurden dann mit jenen des vergangenen Jahres verglichen, die auf der Wiener Ringstraße ebenfalls bei heißem, sommerlichem Wetter erhoben worden sind.

"Augenscheinlichster Unterschied ist, dass im Freizeitbereich bereits nahezu die Hälfte (49,5 Prozent) aller Radfahrer mit Helm unterwegs ist", führt die ÖAMTC-Expertin aus. "Im innerstädtischen Bereich waren es nur erschreckende 20 Prozent." Es ist anzunehmen, dass der Helm am Weg zu "Geschäfts- oder Büroterminen" in der Stadt als eher unpassend empfunden wird. Zieht man jedoch die Tatsache in Betracht, dass Fahrradfahrer in ihrer Freizeit durchschnittlich mit 20,3 km/h (in der Stadt durchschnittlich mit 18km/h) unterwegs sind, so ist die Helmtrage-Quote noch immer viel zu gering. "Denn schwere Kopfverletzungen sind bereits bei 15 km/h und weniger möglich", warnt die ÖAMTC-Expertin, "und je schneller man unterwegs ist, desto höher wird das Risiko". Spitzenreiter waren übrigens zwei männliche Radfahrer, die mit 45 bzw. 40 km/h gemessen worden sind.

Ein weiteres Resultat der Raderhebung ist, dass Radfahrer in der Freizeit weitaus seltener durch Kopfhörer oder Ohrstöpseln in ihrer Wahrnehmung beeinträchtigt waren. "Dieses Ergebnis war doch etwas überraschend", räumt die ÖAMTC-Verkehrspsychologin ein. "Aber offensichtlich ist bei den kurzen Wegen in der Stadt das Bedürfnis höher ständig erreichbar zu sein oder sich durch Musik kurze Momente der Entspannung zu gönnen."

Der größte Unterschied zur vorjährigen Erhebung am Ring war aber sicherlich, dass es während des gesamten Beobachtungszeitraumes zu weitaus weniger Konfliktsituationen zwischen Fußgängern, Radfahrern und Autofahrern gekommen ist. "Es liegt natürlich auf der Hand, dass das Konfliktpotenzial umso höher ist, je kleiner die von allen gemeinsam genutzte Verkehrsfläche ist", erläutert die ÖAMTC-Expertin. "Weil gerade im Freizeitbereich vermehrt Ablenkung durch Radcomputer und dergleichen droht, sind Toleranz und gegenseitige Rücksichtnahme unabdingbar für ein sicheres Miteinander."
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