10.02.2012
Produktnews


31.08.2010
Hände weg von Jausen-Eiern!
Ergebnis der marktcheck-Untersuchung: Alle ökologisch "ungenügend"
Das marktcheck.at-Team von Greenpeace hat soeben den Inhalt sechs unterschiedlicher Jauseneier*-Produkte unter die Lupe genommen: Alle darin enthaltenen Eier stammen von Hennen aus konventioneller Bodenhaltung und erzielten in der Kategorie "Ökologie" (Inhaltsstoffe, Gentechnik, Transport, Verpackung) nur ein "Ungenügend". Weiters wurde auch der Tierschutz-Aspekt von den marktcheck.at-Expertinnen aufgrund der Haltungsform der Hühner als "kritisch" bewertet.

Greenpeace-Konsumentensprecherin Claudia Sprinz beanstandet vor allem die Fütterung der Hennen mit Gentech-Tierfutter und den Einsatz problematischer Farbstoffe: "In Österreich werden genügend konventionelle Frischeier aus gentechnikfreier Fütterung produziert. Daher ist es nicht nachvollziehbar, dass den Konsumenten ausschließlich Jauseneier von Hennen angeboten werden, die mit Gentech-Futter versorgt wurden. Abgesehen davon ist es äußerst ärgerlich, dass zum Färben der Jauseneier Substanzen eingesetzt werden, die problematische Auswirkungen auf die Gesundheit haben können und die Produkte auf den ersten Blick nicht einmal als gefärbt zu erkennen sind."

Für einige der Eier wurden die Farbstoffe E 104 (Chinolingelb), E 110 (Gelborange S) und der rote Farbstoff E 127 (Erythrosin) verwendet. Alle diese Stoffe können am Entstehen des hyperkinetischen Syndroms (Aufmerksamkeitsdefizitsyndrom) bei Kindern beteiligt sein.

E 127 kann Allergien auslösen und wird in der Europäischen Union mittlerweile als R 22, "gesundheitsschädlich beim Verschlucken", eingestuft.

E 104 und E 110 wurden in den USA bereits verboten. Seit 30. Juli 2010 sollten die Verpack-ungen der Eier auch innerhalb der EU die Kennzeichnung "kann Aktivität und Aufmerksam-keit bei Kindern beeinträchtigen" tragen, doch auf keiner der vom marktcheck.at-Team überprüften Artikel fand sich ein entsprechender Vermerk.

Aufgrund einer Sonderregelung bei der Kennzeichnung von gekochten Eiern besteht auch keinerlei Verpflichtung, die genaue Herkunft anzuführen. Das bedeutet, dass bei Bezeichnungen wie "Qualität aus Österreich" die Eier von weit her stammen können und hierzulande nur gekocht, gefärbt sowie verpackt wurden. Und darüber hinaus sind diese konventionellen Fertigprodukte auch noch teurer als frische Freilandeier aus biologischer Landwirtschaft.

Das Fazit von Greenpeace-Sprecherin Sprinz: "Von Vorteil sind solche Produkte allein für die Hersteller, weil die Eier durch Kochen und Färben schlichtweg länger haltbar gemacht werden. Die Konsumenten kaufen hingegen ein im Vergleich zu frischen Eiern viel zu teures Produkt, das mit Gentech-Futter hergestellt und häufig mit problematischen Inhaltsstoffen gefärbt wurde. Nachdem es höchstens fünf Minuten dauert, ein Ei zu kochen, empfehle ich den Kauf von heimischen Frischeiern aus biologischer Landwirtschaft anstelle der überteuerten Jauseneier."

* So genannte "Jauseneier" sind gekochte sowie gefärbte Hühnereier und werden immer häufiger in den heimischen Supermärkten angeboten.
<< zurück