07.02.2012
Wirtschaftsnews


01.09.2010
Umweltschutzverband: Verbund-Kapitalerhöhung ist ein Skandal!
Kraftwerke, die mit Kapitalerhöhung gebaut werden sollen, liegen in sensiblen Schutzgebieten - Realisierung damit mehr als ungewiss
"Ich bin entsetzt, dass die Regierungsparteien in Zeiten, wo Sparen das einzig wahre Leitmotiv sein muss, dem hochrentablen Staatskonzern Verbund 510 Millionen Euro in den Rachen werfen. Wenn Finanzminister Prölls Herz, wie er beim Sommergespräch betont hat, beim Sparen schlägt, hat ihn bei diesem Deal wohl eine Extrasystole ereilt", sagt Gerhard Heilingbrunner, Präsident des Umweltdachverbandes (UWD). 

"Außerdem stellt sich die dringende Frage, ob diese Kapitalerhöhung nicht eine beihilfenrechtswidrige Unterstützung eines Staatskonzerns ist. Der Umweltdachverband wird sich in dieser Causa an die EU-Kommission wenden", betont Heilingbrunner. "Wenn es dem hochverschuldeten Staatskonzern Verbund wirklich finanziell schon so schlecht geht, dass er Kraftwerke, die er erst 2009 gekauft hat, nun wieder verkaufen muss, sollte sich der zuständige Wirtschaftminister Mitterlehner die enormen Einsparpotenziale beim Verbund einmal genauer ansehen", so Heilingbrunner.

Finanzspritze für Kraftwerksbau ohne Rücksicht auf Natur 

Diese Finanzspritze ist nicht nur für den Staatshaushalt, sondern auch punkto Naturschutz ein Skandal: "Vier der fünf vom Verbund geplanten Kraftwerke, die mit der Kapitalerhöhung gebaut werden sollen, liegen in sensiblen Gebieten: Stegenwald, Gratkorn/Stübing, Gries und Jochenstein. Letzteres liegt noch dazu im Natura 2000-Gebiet Oberes Donau- und Aschachtal, konkrete Verbundpläne dazu liegen nicht einmal vor. Somit sind die UVP-Verfahren für all diese Kraftwerke noch völlig offen. Insbesondere im Zusammenhang mit der umzusetzenden EU-Gewässerschutzpolitik steht die Realisierung dieser Vorhaben damit absolut in den Sternen - und trotzdem soll eine Milliarde an den Verbund fließen", erklärt Heilingbrunner. 

Nicht die Katze im Sack kaufen! 

Der Verbund-Aktionär Wien Energie plant laut Berichten den Kauf von vier Kraftwerken u. a. in Bayern und in Tirol. Heilingbrunner appelliert an die Wiener Stadtwerke Holding vor diesem Kraftwerksdeal: "Sie müssen sich bewusst sein, dass dieser Kauf sehr teuer werden könnte, da die Lizenzgebühren für den Betrieb dieser Kraftwerke an den Freistaat Bayern demnächst auslaufen und für den weiteren Betrieb eine Menge Kapital an Lizenzgebühren aufgebracht werden muss."

"Es ist wirklich schade, dass die Republik Österreich die 510 Millionen Euro aus dem Budget nicht für eine Gebäudesanierungs- oder Solaroffensive verwenden wollte, die im Gegensatz zu den Verbundkraftwerken tatsächlich viele Arbeitsplätze und Wertschöpfung geschaffen hätten und wesentlich wertvoller für eine erfolgreiche Energiezukunft gewesen wären", bedauert Heilingbrunner abschließend.
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Berta - 02.09.2010 - 18:20:13
Durch den Bau neuer Wasserkraftwerke werden wir sicher nicht weniger Strom verbrauchen. Und billiger wird er auch nicht werden. Genauso ist es auch mit den neuen Gaspipelines. Die Energiepreise für den Endverbraucher steigen weiter und für Energiesparmaßnahmen wird nur das nötigste getan und die Bevölkerung nicht wirklich unterstützt. Geschweige denn, dass sich die Industrie bemüht, energiesparend zu produzieren
Beobachter - 01.09.2010 - 19:20:34
Traurig ist es, dass sich eine private Organisation, wie der Umweltdachverband, dieses Thema aufgreift und nicht schon Parteien wie die Grünen darauf aufmerksam machen und die Bevölkerung sensibilisieren.
Was ist los in diesem Land, wo die Regierenden SPÖ und ÖVP so ziemlich bei jeder Entscheidung über das Volk drüberfahren?
Wird Zeit dass sich was ändert. Am Besten gleich jetzt im kommenden Oktober, wo wir den Michl abwählen können.