10.02.2012
Chronik


02.09.2010
Studie: Schule bereitet weniger gut auf Leben vor als früher
 
In einer aktuellen Studie des Online Markt- und Meinungsforschungsinstituts Marketagent.com haben sich über 500 Österreicherinnen und Österreicher im Alter zwischen 14 und 59 Jahren näher mit dem Thema „Schule in Österreich“ beschäftigt und wurden dabei zu ihren persönlichen Schul-Erlebnissen sowie Ihrer Meinung zum aktuellen Schulalltag und der österreichischen Lehrerschaft befragt. Ergebnis: Knapp 42% wurden in der Schule zumindest eher gut auf das spätere Leben vorbereitet, für die heutigen Schüler gilt dies nur mehr nach Meinung von rund 26%. Besonders sozialen Kompetenzen sollte in der Schule mehr Aufmerksamkeit gewidmet werden. Weiters spricht sich die Mehrheit der Befragten für die Beibehaltung des umstrittenen „Sitzenbleibens“ in der Schule aus.

„Nicht für die Schule, sondern für das Leben lernen wir“. So lautet ein Sprichwort, das knapp 42% der Österreicherinnen und Österreicher gerne bestätigen, sie wurden in der Schule zumindest eher gut auf das spätere Leben vorbereitet. Für unsere heutige Jugend gilt dies dagegen nur noch nach Meinung von rund 26% der Befragten. Vor allem die sozialen Kompetenzen kommen in der Schule anscheinend zu kurz, 66% wären für eine Erweiterung der Inhalte in diesem Bereich. 61% würden gerne mehr Fremdsprachen auf dem Stundenplan sehen, 47,1% meinen, der Fokus sollte wieder stärker auf unserer Landessprache Deutsch liegen.

Der österreichischen Lehrerschaft wird von Herrn und Frau Österreicher vor allem „viel Freizeit“ bescheinigt (Top-Box-Wert auf einer 4-stufigen Skala „trifft auf (fast) alle zu“: 35,4%). Weiters gelten Österreichs Pauker aber auch als „überfordert“ (24,7%), 23,7% sind der Meinung, sie „haben es schwer“. Signifikant stärker als alle anderen befragten Gruppen beurteilen unsere Schüler ihre Lehrer als „respektiert“ (10,3%; alle Befragten: 4,4%). Dass die Entlohnung der heutigen Lehrerschaft „genau richtig“ ist, dafür spricht sich knapp die Hälfte (44,9%) der Befragten aus. Ist es Neid oder ehrliche Einschätzung - 42,7% der Österreicher sind der Ansicht, dass unsere Lehrer überbezahlt sind. Demgegenüber meint nur knapp jeder Achte (12,3%) dass Österreichs Schulpädagogen zu wenig bezahlt wird. 

Sitzenbleiben

Bei der leidigen Diskussion um die Wiederholung einer Klasse augrund schlechter Noten geht die Tendenz klar in Richtung „Sitzenbleiben“. Mehr als die Hälfte der Befragten (54%) spricht sich dafür aus, 32% wären für dessen Abschaffung. Für die Beibehaltung spricht aus Sicht der Befragten vor allem, dass ohne die Konsequenz des Sitzenbleibens die Motivation der Schüler, sich um gute Noten zu bemühen, drastisch sinken könnte (Top-Box-Wert auf einer 5-stufigen Skala: 29,6%). Weiters wird eine Gefahr gesehen, dass die fehlenden Kenntnisse nicht mehr aufgeholt werden, da immer neue Inhalte dazukommen (29,4%). Als positiven Nebeneffekt sehen 25,2%, dass die Schüler die Möglichkeit erhalten, ihre Noten in Fächern, in denen sie keine Probleme hatten, in dem zusätzlichen Jahr erheblich zu verbessern.
 
Kooperative Mittelschule: Schüler skeptisch

Das neue Schulangebot, die „Kooperative Mittelschule“, ist 65% bereits ein Begriff, Frauen haben sich damit bezeichnenderweise schon häufiger beschäftigt (71,3% Bekanntheit). Rund zwei Drittel (63,4%) der Befragten halten diesen Schulversuch für zumindest eher sinnvoll. „Interessant ist, dass die jüngste befragte Gruppe der 14- bis 19-Jährigen, von denen viele noch selbst die Schulbank drücken, dem Schulversuch am skeptischsten gegenüberstehen. Hier hält nur jeder Zweite dieses Schulangebot für sehr bzw. eher sinnvoll“, so Thomas Schwabl, Geschäftsführer von Marketagen.com. 71% der Österreicher sind der Meinung, dass die Kooperative Mittelschule zu mehr sozialer Gerechtigkeit in Bezug auf Bildung führen kann.

Studiensteckbrief:

Methode: Computer Assisted Web Interviews (CAWI) 
Instrument: Online-Interviews über die Marketagent.com reSEARCH Plattform
Respondenten: web-aktive Österreicher zwischen 14 und 59 Jahren
Sample-Größe: n = 503 Netto-Interviews, Random Selection nach Quoten
Grundgesamtheit: web-aktive ÖsterreicherInnen zwischen 14 und 59 Jahren
Umfang: 15 offene/ geschlossene Fragen
Studienleitung: Marketagent.com, Daniela Karobath 
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