10.02.2012
Gesundheit


04.09.2010
Schulbeginn: Ärztekammer fordert mehr Prävention und Sport
Dorner: Rund ein Viertel der Kinder ist zu dick - erhöhtes Diabetes-Risiko
Kurz vor Schulbeginn plädiert der Präsident der Österreichischen Ärztekammer (ÖÄK), Walter Dorner, für gesundheitspolitische Maßnahmen im schulischen Bereich. "Gesundheit muss von Kindesbeinen an gefördert werden. Dazu gehört auch die Vorschuluntersuchung, die im Rahmen des Mutter-Kind-Passes kostenlos in Anspruch genommen werden kann", betonte Dorner unter Verweis auf grobe Versäumnisse in der Vergangenheit.

Fächerübergreifender, altersgemäß gestalteter Gesundheitsunterricht im Ausmaß von mindestens einer Wochenstunde von der Volksschule bis zur Matura sowie die Aufwertung des Sportunterrichts seien unabdingbar, um die Gesundheit der Jugend zu fördern und um chronischen Erkrankungen vorzubeugen. "Neben vier Sportstunden pro Woche sollten alle Schulen verbindlich zusätzliche sportliche Aktivitäten in Form von Freifächern - z. B. Basketball, Handball oder Schwimmen -anbieten. Die Teilnahme daran sollte den Schülerinnen und Schülern freigestellt sein", schlug der ÖÄK-Präsident vor. Vor allem in den höheren Schulen spiele der Sportunterricht derzeit kaum noch eine Rolle. In einer Berufsbildenden Höheren Schule seien beispielsweise lediglich ein bis zwei Stunden Sport pro Woche vorgesehen, in der Volksschule sei der Sportunterricht in den letzten beiden Schulstufen ebenfalls auf zwei Stunden reduziert worden. Dorner: "Das ist ein Skandal."

Weiters sollten die Schulärztinnen und -ärzte in die schulische Gesundheitserziehung eingebunden werden; regelmäßige Sprechstunden und fixe Schularztzimmer sollten die Position der Schulärztinnen und -ärzte als erste Ansprechpartner bei gesundheitlichen und seelischen Krisen festigen. Last but not least müssten auch die Schulbuffets neu bestückt werden: "Der Schwerpunkt sollte hier auf Gemüse, Obst und Vollkornprodukten liegen, nicht auf Wurstsemmeln oder Mannerschnitten", sagte Dorner. 

25 Prozent aller Kinder stark übergewichtig

Denn ungesunde Ernährung sei, in Kombination mit zu wenig Bewegung, der Hauptgrund dafür, dass bereits jetzt rund ein Viertel aller Kinder und Jugendlichen in Österreich zu dick bzw. stark übergewichtig sei. "Dadurch steigt auch das Risiko, vorzeitig an Diabetes mellitus Typ 2 zu erkranken", schlug Dorner Alarm. Allein in Niederösterreich hätten acht Prozent der Jugendlichen über 15 ein erhöhtes Risiko, zuckerkrank zu werden, schlug Dorner Alarm. Auch in Sachen Rauchen herrsche Handlungsbedarf: "Fast die Hälfte der 15-Jährigen greift regelmäßig zur Zigarette. Die Schulärztinnen und -ärzte müssen gemeinsam mit der Lehrerschaft und den Direktionen Maßnahmen setzen, um den Rauchausstieg zu erleichtern bzw. um zu verhindern, dass Schülerinnen und Schüler überhaupt zum Glimmstängel greifen. Auch hier kann ein eigenes Fach Gesundheitslehre beitragen, mehr Bewusstsein zu schaffen", zeigte der Ärztepräsident Lösungswege auf.
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