
03.09.2010
| Begehre nicht des anderen Weib | |
Als 1956 Elia Kazan’s Film „Baby Doll“ nach einem Drehbuch von Tennessee Williams mit Karl Malden, Carroll Baker und Eli Wallach in den Hauptrollen erschien, löste er sowohl Empörung und einen Skandal im puritanischen Amerika als auch viele Auszeichnungen aus. Die Mischung aus altem Mann, jungem Mädchen, jugendlichem Liebhaber, Bankrott, Sexappeal, Einfalt und Eifersucht wurde als verderblich und schmutzig angesehen, jedoch war sie durchaus ein Reißer.Das Volkstheater in Wien zeigt nun – Premiere am 10. September 2010 – „Baby Doll“ in deutschsprachiger Erstaufführung mit Katharina Strasser in der Titelrolle, Rainer Frieb als Archie Lee Meighan und Marcello de Nardo in der Rolle des Silva Vacarro. Regie führt Niels-Peter Rudolph, Volker Hintermeier ist für die Bühne, Su Bühler für die Kostüme und Mischa Krausz für die Musik verantwortlich. Deutsch von Wolf Christian Schröder. Die 19-jährige Baby Doll und Archie Lee Meighan sind verheiratet, nur auf dem Papier, denn die Ehe darf erst vollzogen werden, wenn Baby Doll 20 Jahre alt ist und ihr Gatte ihr ein standesgemäßes Heim bieten kann. Dies und der Bankrott seiner Baumwollfarm machen aus dem nicht mehr jungen Archie Lee ein hysterisches Nervenwrack. Hier betritt der elegante Sizilianer Silva Vacarro die Szene. Er managt die konkurrierende Syndicate Plantage, wo es einen Brand gab und Archie Lee der Brandstiftung verdächtigt wird. Der Kampf der Rivalen beginnt und Baby Doll ist das Unterpfand. In der Hitze des Südens eskalieren Macht, Gewalt, Rache und sexuelle Obsessionen. Die brisante Mischung hinterlässt ruinierte Charaktere. Man darf gespannt sein auf das Spiel rund um jungmädchenhafte Sexualität, gehemmte Begierde und hinterhältiger Verführung in einer aufgeheizten Atmosphäre. Einen kleinen Skandal darf man der Aufführung ja wünschen! Lilly Tampier | |
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Als 1956 Elia Kazan’s Film „Baby Doll“ nach einem Drehbuch von Tennessee Williams mit Karl Malden, Carroll Baker und Eli Wallach in den Hauptrollen erschien, löste er sowohl Empörung und einen Skandal im puritanischen Amerika als auch viele Auszeichnungen aus. Die Mischung aus altem Mann, jungem Mädchen, jugendlichem Liebhaber, Bankrott, Sexappeal, Einfalt und Eifersucht wurde als verderblich und schmutzig angesehen, jedoch war sie durchaus ein Reißer.